Im Rahmen der Architekturtage

Der Stadtteil Wacken und seine Ausstellungshallen waren das kleine Theater der großen Weltgeschichte.

1924 beherbergt die Straßburger Kolonialausstellung im Wacken ein afrikanisches Dorf, einen Menschenzoo unter freiem Himmel. Das Publikum strömt und vergnügt sich damit, „dem Leben der Eingeborenen zuzusehen“, so das Besucherheft. 1936 betreibt Adolf Hitler die Wiederaufrüstung Deutschlands. Im selben Jahr findet im Wacken eine Versammlung der kommunistischen Partei statt. L’Humanité titelt: „Hitler und seine Kreaturen werden nicht über das Elsass bestimmen!“ Aber im Sommer 1941 spreizt der Reichsadler der Nationalsozialisten seine Flügel über dem Wacken. Er setzt den Anfang für eine Ausstellungsreihe, in der das dritte Reich seine Ideologie der Rasse, Kultur und Politik demonstriert. 1947, als der Kalte Krieg anbricht, hält die kommunistische Partei von Maurice Thorez hier ihren Nationalkongress ab. Parallel zu den historischen Ereignissen begleiteten Messen und Ausstellungen das Bedürfnis nach Konsum. Auch ein Picasso machte im Wacken Halt, und Gainsbourg stimmte hier La Marseillaise an. Kilometer von Würstchen wurden verspeist. Dann wich das Théâtre national de Strasbourg kurzfristig auf diesen Ort aus und schließlich zog das Maillon ein.

Jetzt, wo der Abriss des Wacken bevorsteht, bietet diese Ausstellung einen Rückblick in Texten, Bildern und Archivdokumenten, die in den Räumen der Bar und in einem Katalog zu sehen sind. Konzipiert vom Maillon und den Graphikern des Atelier Poste 4, begleitet von einem Journalisten und fünf Historikern.

Mi 17 Oktober bis Sa 30 März

Maillon-Wacken

Ausstellung

Eröffnung: Fr 19 Oktober / 18:30
Kurator: Maillon und Atelier Poste 4
Team: Denis Boeglin, Isabelle Chalier, Vincent Cuvilliers, Julien Ebersold, Julien Louis, Antoine Wicker
Dem deutschsprachigen Publikum und Familien zugänglich
Eintritt frei
Buchausgabe: 5 €

Machen Sie bei der Facebook-Veranstaltung mit
Lust, ein eigenes Maillon im Miniaturformat zu haben? Klicken Sie hier

Teilen